Tag der Artenvielfalt am JGG

1. Mai 2017 Veranstaltungen

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8.2/4 (NWT) leisten ihren Beitrag zum Tag der Artenvielfalt: Neben dem Erlernen des Imkerns entwerfen und bauen sie Insektenhotels, die im Schulgelände aufgehängt werden. Außerdem helfen sie dem Nabu bei der Bestandaufnahme der Vogelpopulationen in Deutschland, indem sie bei der „Stunde der Gartenvögel“ die Vögel in ihrem direkten Umfeld zählen.

Im Rahmen des NWT-Moduls „Imkerei“ in den 8. Klassen wird auch in diesem Jahr vielen jungen Menschen das Imkern an unserer Schule ermöglicht. Außerdem freut sich die freiwillige Arbeitsgemeinschaft Imkerei über viele tatkräftige und interessierte neue Jungimker. Auch konnten wir in diesem Jahr zum ersten Mal erfolgreich am Nationalen Jungimkerausscheid in Mayen (Eifel) teilnehmen. (Beitrag folgt!)

Wie wichtig die Honigbiene für uns Menschen ist, haben wir schon längst erkannt und können eindrucksvolle Anekdoten erzählen, nämlich dass sie dank ihrer Bestäubungstätigkeit unser drittwichtigstes landwirtschaftliches Nutztier ist (nach dem Rind und Schwein). Wir wissen, dass uns die Honigbiene nicht nur Honig, sondern auch Obst, Gemüse und vieles mehr beschert. Mehr noch, sie ist ein regelrechter Superstar der Insektenliga: Sammelbienen eines Volkes fliegen ungefähr 120 000 km, um ein Honigglas von 500 g zu füllen – dies entspricht drei Erdumrundungen. Außerdem ist die Biene Retterin der Artenvielfalt, denn sie bestäubt auch Wildpflanzen und sorgt damit für die Erhaltung vieler natürlicher Biotope und der dort lebenden Tierarten. Es wird offensichtlich, dass die Honigbiene für Imker an erster Stelle steht, allerdings sollten die 560 in Deutschland lebenden Wildbienenarten nicht außer Acht gelassen werden. Und dies ist unser Anknüpfungspunkt zum Tag der Artenvielfalt:

Am 22. Mai 2017 ist der Internationale Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Der Aktionstag wurde im Jahr 2000 durch die UNO eingeführt. Auf der Erde leben aktuell schätzungsweise rund 2 Millionen beschriebene Arten. Vom Gebiet der Bundesrepublik Deutschland sind 4105 höhere Pflanzenarten und 44787 vielzellige Tierarten dokumentiert, von denen die Insekten mit 33305 Arten den größten Teil stellen.

Der „Living Planet Index“ des WWF informierte im Mai 2008, dass die Artenvielfalt auf der Erde zwischen 1970 und 2005 um 27 Prozent gesunken ist. Rund 34000 Arten sind laut WWF vom Aussterben bedroht.

 Vielfach wird das derzeitige Artensterben mit den großen Massenaussterben der erdgeschichtlichen Vergangenheit verglichen. Der bedeutsamste Unterschied früherer Massensterben zur derzeitigen Situation ist aber der, dass das heutige Artensterben durch eine einzige biologische Art, nämlich den Menschen mit seinen Aktivitäten und seinem Raum- und Ressourcenanspruch, verursacht wird, während frühere Episoden des Aussterbens wohl überwiegend geologische oder atmosphärisch-kosmische Ursachen hatten.

Jedoch müssen wir im Auge behalten, dass das Überlebensprinzip der Natur zu allen Zeiten die Vielfalt war und ist, denn Vielfalt birgt das kreative Potenzial, mit Veränderungen fertig zu werden und Neues hervorzubringen. Ein komplexes System überlebt nicht allein durch Optimierung, sondern auch durch Vielgestaltigkeit: Leben braucht Vielfalt.

Gemäß dem Motto „Lernen – Wissen – Schützen“ setzen wir uns im Rahmen des NWT-Unterrichts mit der Planung und dem Bau unserer Insektenhotels für den Erhalt der Artenvielfalt auf dem Schulgelände ein: Die unterschiedlichen Nischen bieten den Wildbienen Unterschlupf und geben uns die Möglichkeit, einige Wildbienenarten aus nächster Nähe zu beobachten. Auch Ihr dürft beobachten: Findet Ihr die acht Hotels auf unserem Schulgelände? Wann werden die ersten Wildbienen einziehen? Bevorzugen sie bestimmte Standorte? Viel Spaß wünschen die Klassen 8.2 und 8.4!